Offener Brief der Krebsberatungsstelle Aachen an die Deutsche Krebshilfe e.V.
Mit einem "Offenen Brief" haben sich die Krebsberatungsstelle Aachen und die KrebsSelbsthilfekontaktstelle Aachen e.V. bereits am 04.09.2008 an die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe e.V. (DKH), Frau Professor Dr. Schipanski, gewandt. Die in Deutschland von Mildred Scheel ins Leben gerufene Deutsche Krebshilfe e.V. hat allein im Jahr 2007 über 100 Millionen Euro (lt. Jubiläumsausgabe "30 Jahre Krebshilfe" insgesamt 1,1 Milliarden Euro) Spendengelder eingenommen.
Deutschland liege, so die Krebsberatungsstelle Aachen, bei der Senkung der Krebssterblichkeit immer noch im unteren Drittel vergleichbarer Industrienationen, im Unterschied zu europäischen Nachbarländern gäbe es jedoch in Deutschland beispielsweise immer noch keine funktionsfähige flächendeckende Krebsregistrierung.
"Erst 2002 konnte gegen erheblichen Widerstand von Fachgesellschaften, die infolge eines Gemenges aus finanziellen und berufsständischen Interessen die Meinungsführerschaft anstreben und in der Deutschen Krebshilfe auch tatsächlich ausüben, der Aufbau eines nationalen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms nach Europäischen Leitlinien vom Deutschen Bundestag verabschiedet werden. Bis heute werden jedoch bei uns die hohen Anforderungen der europäischen Leitlinien bei weitem nicht flächendeckend erreicht", heißt es in dem "Offenen Brief" an die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe weiter.
Die Deutsche Krebshilfe habe im Rahmen ihrer Projektförderung aus Sicht der Krebsberatungsstelle Aachen die Umsetzung europäischer Qualitätsstandards in der Krebsfrüherkennung, Epidemiologie, Forschung und Behandlung von Krebserkrankungen sogar systematisch konterkariert, so die Krebsberatungsstelle weiter. Im neuen „Nationalen Krebsplan“ betreibe die Deutsche Krebshilfe e.V. gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. gezielt den Abbau Europäischer Qualitätsstandards und stattdessen die Verbreitung von "deutschen (sogenannten) S3-Leitlinien zur Krebsfrüherkennung und –behandlung".
Trotz Beteiligung an Krebsregistern nähme die Krebshilfe seit 30 Jahren billigend in Kauf, dass in Deutschland keine flächendeckende Krebsregistrierung eingerichtet wurde, während das in Nordrhein-Westfalen mit dem Geld der Krebshilfe eingerichtete Register nicht internationalem Standard entspreche.
Auch auf die von der Krebshilfe finanzierte Krebs-Selbsthilfe kommt der "Offene Brief", der von Helmut Kleinhückelkotten, dem 1. Vorsitzenden des Vereins, unterzeichnet ist, zu sprechen. Es wird in dem Brief in Frage aufgeworfen, ob die Selbsthilfe unter dem Dach der Deutschen Krebshilfe noch in der Lage sei, Forderungen zu artikulieren, wenn diese im Widerspruch zur Politik ihres mächtigen Sponsors Deutsche Krebshilfe e.V. stehen.
Die Absender des Offenen Briefes:
Die Krebsberatungstelle Aachen und die ihr angeschlossenen Selbsthilfegruppen in der Region Aachen arbeiten seit 1979 zusammen. Sie bilden ein regionales Verbundsystem mit Krankenhäusern, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, Reha-Kliniken, Krankenkassen, Ärzten und UnterstützerInnen aus Politik, Wirtschaft und Presse.
Den Offenen Brief im Original lesen:
http://www.krebsberatungsstelle.de/i_kbs.htm
(Auf der Webseite der Krebsberatungsstelle Aachen ist derzeit aufgrund einer von der Deutschen Krebshilfe e.V. beantragten einstweiligen Verfügung des Landgerichts Hamburg, gegen die von der Krebsberatungsstelle Aachen Widerspruch eingelegt worden ist, eine geschwärzte Fassung des "Offenen Briefes" veröffentlicht.)
Foto: Michael Hirst, Creative Commons 2.0
Deutschland liege, so die Krebsberatungsstelle Aachen, bei der Senkung der Krebssterblichkeit immer noch im unteren Drittel vergleichbarer Industrienationen, im Unterschied zu europäischen Nachbarländern gäbe es jedoch in Deutschland beispielsweise immer noch keine funktionsfähige flächendeckende Krebsregistrierung.
"Erst 2002 konnte gegen erheblichen Widerstand von Fachgesellschaften, die infolge eines Gemenges aus finanziellen und berufsständischen Interessen die Meinungsführerschaft anstreben und in der Deutschen Krebshilfe auch tatsächlich ausüben, der Aufbau eines nationalen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms nach Europäischen Leitlinien vom Deutschen Bundestag verabschiedet werden. Bis heute werden jedoch bei uns die hohen Anforderungen der europäischen Leitlinien bei weitem nicht flächendeckend erreicht", heißt es in dem "Offenen Brief" an die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe weiter.
Die Deutsche Krebshilfe habe im Rahmen ihrer Projektförderung aus Sicht der Krebsberatungsstelle Aachen die Umsetzung europäischer Qualitätsstandards in der Krebsfrüherkennung, Epidemiologie, Forschung und Behandlung von Krebserkrankungen sogar systematisch konterkariert, so die Krebsberatungsstelle weiter. Im neuen „Nationalen Krebsplan“ betreibe die Deutsche Krebshilfe e.V. gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. gezielt den Abbau Europäischer Qualitätsstandards und stattdessen die Verbreitung von "deutschen (sogenannten) S3-Leitlinien zur Krebsfrüherkennung und –behandlung".
Trotz Beteiligung an Krebsregistern nähme die Krebshilfe seit 30 Jahren billigend in Kauf, dass in Deutschland keine flächendeckende Krebsregistrierung eingerichtet wurde, während das in Nordrhein-Westfalen mit dem Geld der Krebshilfe eingerichtete Register nicht internationalem Standard entspreche.
Auch auf die von der Krebshilfe finanzierte Krebs-Selbsthilfe kommt der "Offene Brief", der von Helmut Kleinhückelkotten, dem 1. Vorsitzenden des Vereins, unterzeichnet ist, zu sprechen. Es wird in dem Brief in Frage aufgeworfen, ob die Selbsthilfe unter dem Dach der Deutschen Krebshilfe noch in der Lage sei, Forderungen zu artikulieren, wenn diese im Widerspruch zur Politik ihres mächtigen Sponsors Deutsche Krebshilfe e.V. stehen.
Die Absender des Offenen Briefes:
Die Krebsberatungstelle Aachen und die ihr angeschlossenen Selbsthilfegruppen in der Region Aachen arbeiten seit 1979 zusammen. Sie bilden ein regionales Verbundsystem mit Krankenhäusern, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, Reha-Kliniken, Krankenkassen, Ärzten und UnterstützerInnen aus Politik, Wirtschaft und Presse.
Den Offenen Brief im Original lesen:
http://www.krebsberatungsstelle.de/i_kbs.htm
(Auf der Webseite der Krebsberatungsstelle Aachen ist derzeit aufgrund einer von der Deutschen Krebshilfe e.V. beantragten einstweiligen Verfügung des Landgerichts Hamburg, gegen die von der Krebsberatungsstelle Aachen Widerspruch eingelegt worden ist, eine geschwärzte Fassung des "Offenen Briefes" veröffentlicht.)
Foto: Michael Hirst, Creative Commons 2.0
Breast Cancer Action Germany - 6. Dez, 21:34


