Frauengesundheit

3
Jan
2009

Die HPV-Impfung: Neue Stellungnahmen und Impfkritik

Obwohl die HPV-Impfung nicht in unser eng umschriebenes Feld des Engagements, nämlich Brustkrebs, so aber doch zu dem weiten Themenfeld "Frauengesundheit" gehört, möchten wir unserem Eintrag in der Rubrik Pfeil Frauengesundheit zumindest einige wichtige Links zur Aktualisierung hinzufügen, denn es hat jetzt Bewegung gegeben:
13 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Prof. Martina Dören, Dr. Ansgar Gerhardus, Prof. Ferdinand M. Gerlach, Prof. Claudia Hornberg, Prof. Michael M. Kochen, Prof. Petra Kolip, Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Prof. Ingrid Mühlhauser, Prof. Oliver Razum, Prof. Rolf Rosenbrock, Corinna Schach, Prof. Norbert Schmacke, Prof. Jürgen Windeler) meldeten sich mit einer kritischen Stellungnahme zur HPV-Impfung zu Wort:

Das "Manifest" der 13 WissenschaftlerInnen:
Pfeil http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag3/downloads/Stellungnahme_Wirksamkeit_HPV-Impfung.pdf

Informationsbroschüre zur HPV-Impfung des Nationalen Netzwerks Frauen und Gesundheit (identisch herausgegeben mit Techniker Krankenkasse und Barmer Ersatzkasse)
Pfeil Version Barmer Ersatzkasse
Pfeil Version Techniker Krankenkasse

Aktuelle Medienberichte:

Pfeil Videobeitrag: Monitor, Geschönte Zahlen?
Streit um die Wirksamkeit der HPV-Impfung v. 19.02.2009

Süddeutsche: Pfeil Heftige Kritik an Impfempfehlung - Der Jubel über den Gebärmutterhalskrebs-Impfstoff war groß. Nun kritisieren Mediziner in einem Manifest, der Nutzen sei noch nicht ausreichend belegt (Christina Berndt, 26.11.2008)

Der Standard: Pfeil Kratzer auf einer Medaille
Kurz vor der Nobelpreis-Verleihung präsentierte der Schwedische Rundfunk Enthüllungen, die dem Image des bedeutendsten Preises schaden könnten (Anne Rentzsch, 09.12.2008)

TAZ: Pfeil Korruptionsverdacht bei Medizin-Auszeichnung - Nobelpreis steigert Umsatz (Reinhard Wulf, 10.12.2008)

WELT: Pfeil Kein Piks für Mädchen um jeden Preis (Birgitta vom Lehn, 02.01.2009)

Pfeil Diskussion zu Manifest und Impfung bei Scienceblogs

Aktuelle Presseerklärung des „Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft": Pfeil Wissenschaftler/innen fordern Neubewertung der HPV-Impfung und ein Ende der irreführenden Informationen (Stand: 09.12.2008)

Pfeil HPV-Impfung: Flyer des AKF (Stand 2008)

Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit:
Pfeil HPV-Impfung - ein Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs? Hintergrundinfo und Download-Materialen einer Veranstaltung des Berliner Senats im April 2008 mit vielen weiteren wichtigen Links

Rückblick: Pfeil Blog-Eintrag vom Juli 2007
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7
Dez
2008

Frauen, bitte zur Kasse! Wie Lebensbedingungen die Gesundheit beeinflussen

Die neue Ausgabe der Zeitschrift clio widmet sich aktuellen Fragen der Gesundheitsversorgung, z.B.

Pfeil-rechts Migräne
Pfeil-rechts Depressionen
Pfeil-rechts Rauchen
Pfeil-rechts Arbeitslosigkeit macht (Frauen) krank
Pfeil-rechts Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) und mehr.

Wichtig ist auch der Beitrag "PatientInneninformation muss unabhängig bleiben" der Soziologin Hedwig Diekwisch. Außerdem gibt es eine aktuelle und umfassende Liste mit Lesetipps zu neueren Büchern zur Frauengesundheit, zusammengestellt von Mechthild Wilke.


Zum Inhalt:

Die Ökonomisierung im Gesundheitswesen schreitet voran, an allen Ecken wird gespart und das Schlagwort Zweiklassenmedizin ist längst bittere Realität. Dies bedeutet für die gesetzlich Versicherten nicht nur längere Wartezeiten und Kosten für Leistungen, die nicht zwingend notwendig sind, sondern als Folge der Überversorgung [bei privat Versicherten] auch geringere Kapazitäten der ÄrztInnen für die wirklich Kranken. Frauen haben weniger finanzielle Ressourcen als Männer, gehen häufiger zur ÄrztIn und werden dort mit den sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) konfrontiert. Diese sind selbst zu bezahlen und der Nutzen nach evidenzbasierten Kriterien ist schwer einschätzbar. Verkauft werden sie ihnen damit, dass sie doch etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Wer würde da nein sagen?

Im neuen "clio" gibt es die wichtigen Informationen zu den IGeL-Leistungen, mit Schwerpunkt Gynäkologie: Was macht Sinn und was muss beachtet werden, um nicht unnötig zu bezahlen?

Das vorzeitige Krankheits- und Sterberisiko ist bei Menschen, die arbeitslos sind und keine Perspektiven mehr für sich sehen, deutlich erhöht. Auffällig ist, dass die Sterblichkeit arbeitsloser Frauen höher ist. Sowohl in den Auswirkungen als auch in den Bewältigungsstrategien von Arbeitslosigkeit zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Das FFGZ Berlin stellt ein wirkungsvolles Projekt zur Gesundheitsförderung arbeitsloser Frauen vor.

Ein weiterer Schwerpunkt befasst sich mit chronischen Befindlichkeitsstörungen, die häufig aus Belastungen erwachsen und von denen Frauen überwiegend betroffen sind: Migräne und Depression.

Zwei Artikel widmen sich dem Thema Sucht, der eine dem Rauchen und den Effekten, die Zigaretten haben, der andere den Suchtmitteln Alkohol und Medikamente - beide unter frauenspezifischen Aspekten. Frauen holen in den Bereichen Rauchen und Alkoholmissbrauch auf, was zu einer erheblichen Erhöhung ihrer Gesundheitsrisiken beiträgt.

Auch Mammographie und Brustultraschall sind erwähnt, allerdings fehlt der Hinweis, dass die Mammographie (einschließlich aller ggf. erforderlichen Folgeuntersuchungen) im Screening-Programm wie auch bei vorliegenden Symptome kostenlos für die Frau sind. Die Kosten werden von den Krankenkassen getragen. Von Mammographien außerhalb des Screenings sollte grundsätzlich eigentlich eher abgeraten werden, da Qualitätssicherung und Evaluation nicht gegeben sind. Der Brustultraschall ist nach der Bewertung der WHO als Screening-Verfahren zur Senkung der Brustkrebs-Sterblichkeit eher nicht geeignet. Eine Empfehlung zu einem Screening mit Ultraschall wird eigentlich von keiner Seite ausgesprochen und es handelt sich um eine Zusatzuntersuchung, die bei bestimmten Indikationen eingesetzt wird.

Die clio 67 erscheint mit den wunderbaren Bildern der Malerin Ute Kühne.

Quellenangabe: FFGZ

Bezugsmöglichkeiten
"clio. Die Zeitschrift für Frauengesundheit" ist zu beziehen gegen 3,90 Euro über den Buchhandel mit der ISSN-Nummer: 0933-0747 oder direkt über das Feministische FrauenGesundheitsZentrum e.V., Bamberger Str. 51, 10777 Berlin, Tel 030 - 213 95 97, Fax: 030 - 214 19 27, E-Mail: ffgzberlin@snafu.de (zzgl. Versandkosten 1,20 €).

Webseite des FFGZ
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15
Mrz
2008

Netzwerk Frauengesundheit Berlin: Materialien zur Brustkrebsversorgung in Berlin online

Logo des Netzwerk Frauengesundheit Berlin Die Fachveranstaltung "Brustkrebsversorgung in Berlin", die das Netzwerk Frauengesundheit Berlin in seiner Veranstaltungsreihe "Berlin - Gesunde Stadt für Frauen" am 27. Februar 2008 im Berliner Abgeordnetenhaus durchgeführt hat, war ein großer Erfolg. Auch in der Bundeshauptstadt ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Über 2.000 Frauen erkranken jedes Jahr neu an Brustkrebs. Mammographie-Screening soll mit einer Brustkrebsfrüherkennung die Brustkrebssterblichkeit senken helfen, und die Brustzentren sollen mit ihrer hochspezialisierten Versorgung den erkrankten Frauen in Berlin die bestmöglichen Überlebensmöglichkeiten garantieren.

Leistungsanbieter aus Brustzentren und Mammographie-Screening, VertreterInnen und gesundheitspolitische SprecherInnen aller Parteien sowie ExpertInnen des Netzwerks diskutierten gemeinsam, damit die Informationsmaterialien und Entscheidungshilfen für Frauen in der Hauptstadt und die Brustkrebsversorgung u.a. auch in der Palliativmedizin sukzessive weiter verbessert werden können. Karin Bergdoll vom Vorstand des AKF, die die Veranstaltung für das Netzwerk Frauengesundheit moderierte, hielt fest, dass das Netzwerk die Interessen der Frauen vertritt und die Position der Frauen stärken will.

Die einzelnen Fachbeiträge sind inzwischen auf der Internetseite des Netzwerks zum Download bereitgestellt worden, die Transkription der gesamten Veranstaltung einschließlich einzelner Diskussionsbeiträge wird folgen.

Download der Beiträge

Link Entscheidungsverhalten von Brustkrebspatientinnen: Bericht über eine von der Deutschen Krebshilfe geförderte Studie von Regina Stolzenberg
Link Zielgruppenorientierte Informationsvermittlung beim Berliner Mammographie-Screening-Programm von Susanne Schroeder
Link Brustkrebsversorgung in Berlin unter bes. Berücksichtigung der palliativen Versorgung von Gudrun Kemper
Link Psychosoziale Beratung und Betreuung von Irmhild Harbach-Dietz

Das Netzwerk führt seine Veranstaltungen immer im Wechsel mit einzelnen Parteien durch. Diese Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Partei "Die Linke" vorbereitet und bei der Durchführung organisatorisch unterstützt.

Im Sommer 2006 hatte das Netzwerk eine Umfrage unter allen Leistungsanbietern zur stationären Versorgung von Frauen mit Brustkrebs in Berlin durchgeführt. Aus den Ergebnissen der Umfrage wurde ein Positionspapier zur stationären Versorgung entwickelt. Die einzelnen Forderungen wird das Netzwerk nachhaltig weiter verfolgen, um schrittweise wichtige Versorgungsziele aus der Perspektive von Frauen zu erreichen.

Das Positionspapier ist ebenfalls online verfügbar unter:

Link http://www.frauengesundheit-berlin.de/download/Positionspapier.pdf

Das Netzwerk Frauengesundheit ist ein Zusammenschluss von über 50 Initiativen und Einrichtungen, die sich im Zusammenhang mit Frauengesundheit in Berlin engagieren. Das Netzwerk hat zum Thema Brustkrebs/Brustgesundheit einen eigenen Arbeitskreis eingerichtet.

Weitere Informationen über die Arbeit des Netzwerk Frauengesundheit Berlin finden Sie unter: Link http://www.frauengesundheit-berlin.de/
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10
Jul
2007

Impfen gegen HPV - Was ist dran? AKF nimmt Stellung

Aus gegebenem Anlass stellen wir in unserer Rubrik "Frauengesundheit" die fundierte, aktuelle Stellungnahme der gynäkologischen Expertinnen des AKF bei uns ein:

Stellungnahme des AKF zur HPV–Impfung zur Verhinderung von Gebärmutterhalskrebs

Im Herbst 2006 ist in Europa ein Impfstoff gegen 4 humane Papillomviren (HPV) zugelassen worden. In allen Medien wird seitdem ausgiebig darüber berichtet und unterschwellig Angst vor einer Erkrankung und gleichzeitig Hoffnung verbreitet, dass mit dieser Impfung der entscheidende Schritt zur Bekämpfung des Gebärmutterhalskrebses getan sei. Zur Zeit werden junge Mädchen massiv unter Druck gesetzt, sich frühzeitig impfen zu lassen. Dabei ist wichtig zu bedenken, dass nicht gegen Krebs, sondern gegen eine Virusinfektion geimpft wird, deren mögliche Folge in seltenen Fällen ein Gebärmutterhalskrebs sein kann.

HPV-Infektion und Gebärmutterhalskrebs-HP-Viren kommen nur beim Menschen vor. Bisher sind über 100 Typen bekannt, von denen rund 40 die Haut und Schleimhaut im Genitalbereich befallen können. Diese 40 werden, je nach ihrer Fähigkeit, auch bösartige Zellveränderungen mit zu verursachen, in high-risk- und low-risk-Typen unterteilt. Von der WHO wurden 13 HPV-Typen als high-risk eingestuft, darunter auch HPV 16 und 18. Letztere sind bei 9% der HPV-Infektionen und 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs nachweisbar. Die HP-Viren werden durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen. 70 % aller sexuell aktiven Menschen durchlaufen mindestens einmal im Leben eine HPV-Infektion, meist zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr. Die Infektion verläuft in aller Regel symptomlos und heilt zu 80-90 % nach 1 - 2 Jahren folgenlos aus.
In einigen Fällen kann die Infektion Genitalwarzen (Kondylome) und/oder Zellveränderungenam Gebärmutterhals hervorrufen. Weniger als 1 % der infizierten Frauen erkranken an Gebärmutterhalskrebs. Das heißt: Gebärmutterhalskrebs ist eine sehr seltene Folge einer sehr häufigen Infektion.

In Deutschland macht diese Erkrankung lediglich 3,16 % aller Krebserkrankungen bei Frauen aus und verursacht nur 1,76 % der Krebssterblichkeit bei Frauen.
Seit Einführung der Krebsfrüherkennung in den 70er Jahren ist die Häufigkeit des Gebärmutterhalskrebses von 38 / 100.000 Frauen auf 13/ 100.000 Frauen (2002)
gesunken.

Bei dieser Früherkennungs-Untersuchung (auch Pap-Test genannt) werden Zellen vom Gebärmutterhals mikroskopisch beurteilt. So kann erkannt werden, ob krankhafte Veränderungen vorliegen. In den meisten Fällen bilden sich diese spontan zurück.
Im Falle einer schwerwiegenden Zellveränderung kann das erkrankte Gewebe bei einem ambulanten Eingriff schonend durch Laser oder operativ durch einen Kegelschnitt (Konisation) entfernt und somit die Weiterentwicklung zum Gebärmutterhalskrebs
verhindert werden. Die meisten Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen werden bei Frauen gefunden, die nicht an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilgenommen haben.

Unsere Lesetipps zur Vertiefung der Inhalte:

Pfeil Gemeinsame Pressemeldung vom November 2007 der Frauengesundheitszentren (FFGZ) in Deutschland:
http://www.ffgz.de/pm_HPV-Impfung%20November%202007.pdf
(nicht mehr online)

Pfeil Berichterstattung bei "Gute Pillen - Schlechte Pillen"
„Impfen gegen Krebs“? - Wie viel Schutz bietet die HPV-Impfung vor Gebärmutterhalskrebs?
http://www.gutepillen-schlechtepillen.de/Impfen-gegen-Krebs.59.0.html

Pfeil Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Leiter der Forschungsgrupe Public Health am Berliner Wissenschaftszentrum WZB: HPV-Impfung – Durchbruch in der Krebsprävention?
http://www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/PDF/Rosenbrock-HPV-Impfung.pdf
(nicht mehr online)

Pfeil Aktualisierungen zu diesem Beitrag
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