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Chirurgie

3
Nov
2007

Wundkomplikation erhöht Metastasierungsrisiko deutlich: Klinische Untersuchung zu Wundkomplikationen nach der chirurgischen Ersttherapie bei Brustkrebs

"Postoperative wound complications and systemic recurence in breast cancer" Abstract aus dem "BJC", gelesen und vorgestellt von Gudrun Kemper

Eine Gruppe britischer Ärzte (Murthy, Thomson, Dodwell, Shenoy, Mikeljevic, Forman, Horgan) hat aktuell eine Untersuchung zu Wundkomplikationen nach der chirurgischen Primärtherapie vorgelegt, die am 30.10.2007 im „British Journal of Cancer“ veröffentlicht wurde.

Die Studie untersuchte die Beziehungen zwischen Wundkomplikationen und systemischen Erkrankungsrückfällen, also einer Metastasierung von Brustkrebs. 1.065 Brustkrebspatientinnen, die zwischen 1994 und 2001 operiert wurden, sind in die Untersuchung eingeschlossen worden. Einer Wundkomplikation können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 54 Monaten wurden damit Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt. Insgesamt waren 93 Wundinfektionen aufgetreten, was 9% entspricht. Das Risiko, nach einer Wundinfektion eine Metastasierung zu erleiden, ist nach den Daten dieser Untersuchung sowohl bei guter, mittlerer wie auch schlechter Prognose der erkrankten Patientin erhöht gewesen.

Um die Relationen multivariat genauer zu analysieren, wurden der „Nottingham Prognostic Index“ (NPI) und der „Östrogen-Progesteron-Rezeptorstatus“ in die Untersuchung eingeschlossen.

Höheres Risiko bei Raucherinnen
Angemerkt wird auch, dass das Risiko derjenigen Frauen, die zum Zeitpunkt der Diagnose Raucherinnen waren, hinsichtlich einer Metastasierung ebenfalls erhöht war. Zu den Daten:

Patientinnen mit guter Prognose
In der Gruppe mit guter Prognose lag die Rückfallrate bei Patientinnen mit Infektionen nach OP mit 15% deutlich höher, denn lediglich 3% der Patientinnen hatten in dieser Untersuchung eine Metastasierung erlitten, wenn nach der Ersttherapie keine Wundkomplikation eingetreten war.

Patientinnen mit mittlerem Risiko
Ähnlich sahen die Ergebnisse für die Gruppe mit mittlerem Rückfallrisiko aus. Hier stieg die Rückfallquote von 12% auf 29% an, wenn eine solche Komplikation eingetreten war.

Patientinnen mit hohem Rückfallrisiko
Bei der Gruppe der Patientinnen mit der schlechtesten Prognose erhöhte sich das Risiko für einen Krankheitsrückfall mit systemischer Erkrankung von 38% auf 62%.

Diese Zahlen sind eindrucksvoll und zeigen auf, dass Wundkomplikationen bei der primären chirurgischen Versorgung von Brustkrebserkrankungen unbedingt zu vermeiden sind. Interessant wären in diesem Zusammenhang auch die Daten hinsichtlich der durchgeführten rekonstruktiven Operationen und Rückfallraten oder die Daten in Bezug auf Fieber und Wundkomplikationen oder Antibiotikabehandlung und Wundkomplikationen.

Zumindest im Abstract werden diese aber leider nicht benannt, der Volltext ist nicht im Open Access zugänglich.

Die postoperativen Komplikationen werden in den gesetzlich vorgeschriebenen und jährlich erscheinenden Qualitätsberichten der Brustzentren in Deutschland veröffentlicht, nur die Recherche und der Vergleich macht etwas Mühe. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse dieser Untersuchung lohnt es sich jedoch, sie genau zu beachten.

Quelle/Originalartikel:
British Journal of Cancer (2007) 97, 12111217, doi:10.1038/sj.bjc.6604004 (s. hier auch die genauen Fallzahlen)
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