Impfen gegen HPV - Was ist dran? AKF nimmt Stellung
Aus gegebenem Anlass stellen wir in unserer Rubrik "Frauengesundheit" die fundierte, aktuelle Stellungnahme der gynäkologischen Expertinnen des AKF bei uns ein:
Stellungnahme des AKF zur HPV–Impfung zur Verhinderung von Gebärmutterhalskrebs
Im Herbst 2006 ist in Europa ein Impfstoff gegen 4 humane Papillomviren (HPV) zugelassen worden. In allen Medien wird seitdem ausgiebig darüber berichtet und unterschwellig Angst vor einer Erkrankung und gleichzeitig Hoffnung verbreitet, dass mit dieser Impfung der entscheidende Schritt zur Bekämpfung des Gebärmutterhalskrebses getan sei. Zur Zeit werden junge Mädchen massiv unter Druck gesetzt, sich frühzeitig impfen zu lassen. Dabei ist wichtig zu bedenken, dass nicht gegen Krebs, sondern gegen eine Virusinfektion geimpft wird, deren mögliche Folge in seltenen Fällen ein Gebärmutterhalskrebs sein kann.
HPV-Infektion und Gebärmutterhalskrebs-HP-Viren kommen nur beim Menschen vor. Bisher sind über 100 Typen bekannt, von denen rund 40 die Haut und Schleimhaut im Genitalbereich befallen können. Diese 40 werden, je nach ihrer Fähigkeit, auch bösartige Zellveränderungen mit zu verursachen, in high-risk- und low-risk-Typen unterteilt. Von der WHO wurden 13 HPV-Typen als high-risk eingestuft, darunter auch HPV 16 und 18. Letztere sind bei 9% der HPV-Infektionen und 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs nachweisbar. Die HP-Viren werden durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen. 70 % aller sexuell aktiven Menschen durchlaufen mindestens einmal im Leben eine HPV-Infektion, meist zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr. Die Infektion verläuft in aller Regel symptomlos und heilt zu 80-90 % nach 1 - 2 Jahren folgenlos aus.
In einigen Fällen kann die Infektion Genitalwarzen (Kondylome) und/oder Zellveränderungenam Gebärmutterhals hervorrufen. Weniger als 1 % der infizierten Frauen erkranken an Gebärmutterhalskrebs. Das heißt: Gebärmutterhalskrebs ist eine sehr seltene Folge einer sehr häufigen Infektion.
In Deutschland macht diese Erkrankung lediglich 3,16 % aller Krebserkrankungen bei Frauen aus und verursacht nur 1,76 % der Krebssterblichkeit bei Frauen.
Seit Einführung der Krebsfrüherkennung in den 70er Jahren ist die Häufigkeit des Gebärmutterhalskrebses von 38 / 100.000 Frauen auf 13/ 100.000 Frauen (2002)
gesunken.
Bei dieser Früherkennungs-Untersuchung (auch Pap-Test genannt) werden Zellen vom Gebärmutterhals mikroskopisch beurteilt. So kann erkannt werden, ob krankhafte Veränderungen vorliegen. In den meisten Fällen bilden sich diese spontan zurück.
Im Falle einer schwerwiegenden Zellveränderung kann das erkrankte Gewebe bei einem ambulanten Eingriff schonend durch Laser oder operativ durch einen Kegelschnitt (Konisation) entfernt und somit die Weiterentwicklung zum Gebärmutterhalskrebs
verhindert werden. Die meisten Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen werden bei Frauen gefunden, die nicht an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilgenommen haben.
Unsere Lesetipps zur Vertiefung der Inhalte:
Gemeinsame Pressemeldung vom November 2007 der Frauengesundheitszentren (FFGZ) in Deutschland:
http://www.ffgz.de/pm_HPV-Impfung%20November%202007.pdf
(nicht mehr online)
Berichterstattung bei "Gute Pillen - Schlechte Pillen"
„Impfen gegen Krebs“? - Wie viel Schutz bietet die HPV-Impfung vor Gebärmutterhalskrebs?
http://www.gutepillen-schlechtepillen.de/Impfen-gegen-Krebs.59.0.html
Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Leiter der Forschungsgrupe Public Health am Berliner Wissenschaftszentrum WZB: HPV-Impfung – Durchbruch in der Krebsprävention?
http://www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/PDF/Rosenbrock-HPV-Impfung.pdf
(nicht mehr online)
Aktualisierungen zu diesem Beitrag
Stellungnahme des AKF zur HPV–Impfung zur Verhinderung von Gebärmutterhalskrebs
Im Herbst 2006 ist in Europa ein Impfstoff gegen 4 humane Papillomviren (HPV) zugelassen worden. In allen Medien wird seitdem ausgiebig darüber berichtet und unterschwellig Angst vor einer Erkrankung und gleichzeitig Hoffnung verbreitet, dass mit dieser Impfung der entscheidende Schritt zur Bekämpfung des Gebärmutterhalskrebses getan sei. Zur Zeit werden junge Mädchen massiv unter Druck gesetzt, sich frühzeitig impfen zu lassen. Dabei ist wichtig zu bedenken, dass nicht gegen Krebs, sondern gegen eine Virusinfektion geimpft wird, deren mögliche Folge in seltenen Fällen ein Gebärmutterhalskrebs sein kann.
HPV-Infektion und Gebärmutterhalskrebs-HP-Viren kommen nur beim Menschen vor. Bisher sind über 100 Typen bekannt, von denen rund 40 die Haut und Schleimhaut im Genitalbereich befallen können. Diese 40 werden, je nach ihrer Fähigkeit, auch bösartige Zellveränderungen mit zu verursachen, in high-risk- und low-risk-Typen unterteilt. Von der WHO wurden 13 HPV-Typen als high-risk eingestuft, darunter auch HPV 16 und 18. Letztere sind bei 9% der HPV-Infektionen und 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs nachweisbar. Die HP-Viren werden durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen. 70 % aller sexuell aktiven Menschen durchlaufen mindestens einmal im Leben eine HPV-Infektion, meist zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr. Die Infektion verläuft in aller Regel symptomlos und heilt zu 80-90 % nach 1 - 2 Jahren folgenlos aus.
In einigen Fällen kann die Infektion Genitalwarzen (Kondylome) und/oder Zellveränderungenam Gebärmutterhals hervorrufen. Weniger als 1 % der infizierten Frauen erkranken an Gebärmutterhalskrebs. Das heißt: Gebärmutterhalskrebs ist eine sehr seltene Folge einer sehr häufigen Infektion.
In Deutschland macht diese Erkrankung lediglich 3,16 % aller Krebserkrankungen bei Frauen aus und verursacht nur 1,76 % der Krebssterblichkeit bei Frauen.
Seit Einführung der Krebsfrüherkennung in den 70er Jahren ist die Häufigkeit des Gebärmutterhalskrebses von 38 / 100.000 Frauen auf 13/ 100.000 Frauen (2002)
gesunken.
Bei dieser Früherkennungs-Untersuchung (auch Pap-Test genannt) werden Zellen vom Gebärmutterhals mikroskopisch beurteilt. So kann erkannt werden, ob krankhafte Veränderungen vorliegen. In den meisten Fällen bilden sich diese spontan zurück.
Im Falle einer schwerwiegenden Zellveränderung kann das erkrankte Gewebe bei einem ambulanten Eingriff schonend durch Laser oder operativ durch einen Kegelschnitt (Konisation) entfernt und somit die Weiterentwicklung zum Gebärmutterhalskrebs
verhindert werden. Die meisten Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen werden bei Frauen gefunden, die nicht an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilgenommen haben.
Unsere Lesetipps zur Vertiefung der Inhalte:
http://www.ffgz.de/pm_HPV-Impfung%20November%202007.pdf
(nicht mehr online)
„Impfen gegen Krebs“? - Wie viel Schutz bietet die HPV-Impfung vor Gebärmutterhalskrebs?
http://www.gutepillen-schlechtepillen.de/Impfen-gegen-Krebs.59.0.html
http://www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/PDF/Rosenbrock-HPV-Impfung.pdf
(nicht mehr online)
Breast Cancer Action Germany - 10. Jul, 23:58


