11
Jun
2008

Herceptin adjuvant: Kein Vorteil hinsichtlich des krankheitsfreien Überlebens?

Arznei-Telegramm: Unabhängige Fachzeitschrift zu Medikamenten In dem Artikel „Trastuzumab (Herceptin) in der adjuvanten Brustkrebstherapie ... gibt es einen Publikationsbias?“, der am 6. Juni 2008 im arznei-telegramm erschienen ist (a-t 2008; 39: 67-9), wird Kritik zur Art der Veröffentlichung der Daten laut. Mitarbeiter und Berater der neuseeländischen Arzneimittelbehörde äußerten den Verdacht auf wikipedia „Publikationsbias“, einer „Verzerrung“ der Datenlage durch die Art der Publikation also.

Die Studien zur wikipedia adjuvanten Therapie bei Brustkrebs haben unterschiedliche Ergebnisse erbracht, und es wurde die Befürchtung geäußert, dass der Nutzen des Medikaments überschätzt worden sei. In zwei Studien konnte ein Vorteil für die adjuvante Therapie mit Herceptin in einzelnen Behandlungsarmen nicht gezeigt werden. Es wird kritisiert, dass die Daten zweier Studien nachträglich gepoolt, also in einer Mischprobe ausgewertet wurden, um schneller an die Öffentlichkeit treten zu können, anstatt diese wie ursprünglich vorgesehen getrennt auszuwerten. a-t fordert die rasche Veröffentlichung aller Daten zu Trastuzumab (Herceptin) in der adjuvanten Brustkrebstherapie.

Diese Forderung können wir als Patientinnen nur nachdrücklichst unterstreichen. Wir fordern den Zugang zu den exakten und vollständigen Daten zu den genannten Studien.

Download des vollständigen Artikels aus dem arznei-telegramm [Die Bereitstellung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des arznei-telegramms]

Weitere Informationen zu Herceptin in unserem Blog:
„Wieviel wird Herceptin wirklich kosten“?
http://bcag.twoday.net/stories/3074479/

Berliner Erfahrungen und Ergebnisse nach zwei Jahren Mammographie-Screening

Heidi Kosche startete eine kleine Anfrage zum Mammographie Screening an den Berliner SenatHeide Kosche, MdA, Berliner Abgeordnete bei den "Grünen", hat sich nach zwei Jahren Mammographie-Screening in Berlin in einer kleinen Anfrage an den Senat über die Erkenntnisse des Senats zu dem Programm erkundigt. Am 12. Februar 2008 antwortete die zuständige Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Katrin Lompscher.

Nachfolgend Anfrage und Antworten der Senatorin:

Katrin Lompscher, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin1. Wie viele Zentren für Mammographie-Screening sind bis Ende 2007 in Berlin eingerichtet worden, bzw. sind noch weitere geplant?

Zu 1.: Im Land Berlin wurden vier Versorgungsregionen gebildet, für die jeweils eine Screening-Einheit zur Durchführung des Mammographie-Screenings zuständig ist:

Spandau / Reinickendorf / Mitte
Pankow / Lichtenberg / Marzahn-Hellersdorf
Treptow-Köpenick / Neukölln / Friedrichshain-Kreuzberg
Tempelhof-Schöneberg / Steglitz-Zehlendorf / Charlottenburg-Wilmersdorf

Mit diesen zwischen Juli 2006 und April 2007 eingerichteten Screening-Einheiten ist die Planung abgeschlossen.

2. Wie ist die flächendeckende Einladung der Zielgruppe der 50-69jährigen Frauen organisiert (Adressenpool), und wer ist dafür verantwortlich?

3. Wie wird sichergestellt, dass alle über 50-jährigen Berlinerinnen alle zwei Jahre eine Einladung zum Screening erhalten?


Zu 2. und 3.: Für das Einladewesen ist die Zentrale Stelle Mammographie-Screening Berlin verantwortlich. Diese Stelle bezieht auf landesrechtlicher Grundlage regelmäßig Melderegisterdaten aller Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren, die ihren alleinigen oder Hauptwohnsitz in Berlin haben. Mit der Einladung wird jeder Frau ein Untersuchungstermin in der für ihren Wohnbezirk zuständigen Screening-Einheit genannt. Die Screening-Einheit erhält von der Zentralen Stelle die Einladungslisten, die binnen vier Wochen an die Zentrale Stelle rückübermittelt werden, damit diese eine Erinnerung der Frauen veranlasst, die sich nicht auf die Einladung gemeldet haben.
Aus dem personenbezogenen Datensatz des Melderegisters, der nach erfolgter Einladung und ggf. Erinnerungseinladung gelöscht wird, bildet die Zentrale Stelle für jede einzuladende Frau eine eindeutige, nicht reidentifizierbare Screening-Identifikationsnummer, die zusammen mit dem vorgeschlagenen oder wahrgenommenen Termin und dem Ort der Untersuchung gespeichert wird. Dieses Verfahren sichert die Einhaltung der turnusmäßigen Einladung und Terminvergabe im Abstand von 24 Monaten.

4. Wie viele Einladungen wurden von 2005 bis Ende 2007 verschickt?

Zu 4.: Das Mammographie-Screening startete in Berlin mit der Aufnahme der Tätigkeit der ersten Screening-Einheit am 17.07.2006. Seitdem wurden bis zum 31.12.2007 insgesamt 155.415 Einladungen versandt (ohne Erinnerungseinladungen).

5. Wie viele Frauen sind der Einladung nachgekommen? (Anzahl und Prozent)

Zu 5.: Bis zum 31.12.2007 haben 74.746 Frauen am Mammographie-Screening teilgenommen. Das entspricht einem Anteil von 48,1 Prozent.

6. Gibt es statistische Daten zu den eingeladenen Frauen, die darüber Auskunft geben, welche Frauen das Screening-Angebot mehr oder weniger in Anspruch nehmen? (Alter, Migrationshintergrund, Bildungsstand, bezirkliche Verteilung)

Zu 6.: Nein. Das Programm zur Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie-Screening sieht keine Datenerfassung zum Migrationshintergrund oder Bildungsstand vor. Wegen der sukzessiven Inbetriebnahme der Screening-Einheiten und der daran angepassten Einladungen sind valide regionale oder Altersgruppenvergleiche der Inanspruchnahme des Untersuchungsangebots derzeit nicht möglich.

7. Mit wie vielen Anrufplätzen ist die telefonische "Hotline" für Berlin und Brandenburg ausgestattet?

Zu 7.: Zurzeit ist die Zentrale Stelle mit fünf vollzeitbeschäftigten und sechs teilzeitbeschäftigten Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen für die Beantwortung der Hotline-Anrufe ausgestattet. Die Teilzeitkräfte werden der Anrufsdichte entsprechend ganz überwiegend vormittags von 9 bis 13 Uhr eingesetzt.

8. Anhand welcher bevölkerungsstatistischen Berechnungen für Frauen über 50 Jahre wurde die Zahl der Anrufplätze der "Hotline" festgelegt?

Zu 8.: Die Zahl der die Hotline bedienenden Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen wuchs seit Beginn des Screenings mit zunächst einer Screening-Einheit parallel zur Betriebsaufnahme der weiteren drei Screening-Einheiten und wird ständig dem Anrufverhalten angepasst.

9. Wie viele Frauen haben sich innerhalb der letzten zwei Jahre (2005-2007) für ein Mammographie-Screening angemeldet, obwohl sie nicht eingeladen worden waren?

Zu 9.: Bis zum 31.12.2007 haben sich insgesamt 29.675 Frauen selbst zur Teilnahme am Mammographie-Screening angemeldet.

Zu den Informationen zur Kleinen Anfrage auf der Webseite von Heidi Kosche:
http://www.frieke.de/kosche/1150711.html

"Korrupt oder korrekt? Wie bleibt die Selbsthilfe unabhängig": Neuer Tagungsband ist erschienen

Die Theodor Springmann Stiftung veranstaltete am 27. April 2007 eine Fachtagung zum Thema Sponsoring mit dem provozierenden Titel "Korrupt oder korrekt - wie bleibt die Selbsthilfe unabhängig?"

Dies war bereits die zweite Veranstaltung der Stiftung, die bereits im Jahr 2003 das Thema, zu dem so viele Informationen bei uns nach wie vor fehlen, aufgegriffen hat.

Enthaltene Beiträge:


Vorbemerkungen von Evelyne Hohmann, Theodor Springmann Stiftung

Ursula Helms, Geschäftsführerin der NAKOS: Chancen und Risiken von Sponsoringverträgen in der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe

Prof. Dr. Judith Haas, Jüdisches Krankenhaus Berlin: Zusammenarbeit mit der pharmazeutischen Industrie am Beispiel der Anwendungsbeobachtung

Christoph Kranich, Leiter Fachabteilung Gesundheitsdienstleistungen VZ Hamburg: Vom Dilemma der Abhängigkeiten. Geldquellen für Selbsthilfe und Patientenunterstützung

Prof. Dr. Bruno Müller-Oerlinghausen, Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ): Wie wird unabhängige Arzneimittelinformation für Bürger und Bürgerinnen in Deutschland möglich?

Helmut Schröder, Forschungsbereichsleiter Arzneimittel Wissenschaftliches Institut der AOK: Pharmapolitik der GKV. "Standort D" und seine Interessengruppen

Dr. Kirsten Schubert, Universität Bremen: Einfluss des pharmazeutisch-industriellen Komplexes auf die Selbsthilfe

Prof. Dr. Joachim Kugler, Universität Dresden - Gesundheitswissenschaften: Lebensqualität und Gesundheitsökonomie

Gudrun Kemper, Breast Cancer Action Germany: Ein anderes Rezept. Fundraising und Ethik in Frauengesundheitsorganisationen

Ausschnitte aus Diskussionen und Presse sind ebenfalls enthalten. Mit € 8,50 ist der Band nicht teuer und kann beim Veranstalter bestellt werden.

Zur Bestellung bei der Theodor Springmann Stiftung:
http://www.tss-datenbank.de/stiftung/ft_07/tagungsband.html

Website der Theodor Springmann Stiftung:
http://www.patiententelefon.de/

Die Frauenselbsthilfe übernahm das "hochbrisante Thema" exakt in ihre Bundestagung 2007:
http://www.frauenselbsthilfe.de/front_single/pdf/Begruessung_BUTA2007.pdf

Zitat der Bundesvorsitzenden Hilde Schulte in ihrer Eröffnungsrede: "Die Frauenselbsthilfe nach Krebs wurde wie alle Verbände aufgrund von Medienberichten mit dem Thema Korruption konfrontiert. Aber nicht überraschend, neu oder erstmalig. Kooperationen wurden von uns schon immer offen und ohne Scheu kommuniziert.
Richtlinien für die Zusammenarbeit mit Unternehmen der pharmazeutischen Industrie gab es in der Frauenselbsthilfe nach Krebs schon lange, bevor die Dachverbände sich damit beschäftigten oder gar Journalisten und Transparency International sich einmischten.
Aber kaum etwas verunsichert mehr als ungerechtfertigte Anschuldigungen. Wir haben uns in den letzten Monaten viele Gedanken gemacht über den Umgang mit Sponsoring und ähnlicher Unterstützung der FSH durch Dritte. Die Diskussionen war teitaufwendig, anstrengend, teilweise haben sie auch Nerven gekostet, aber: Geschadet haben sie uns nicht! Wir sind klarer, selbstsicherer, deutlicher in unserem Auftritt nach Innen und Außen geworden. Wir wissen, was wir sollen und vor allem: Wir wissen, was wir nicht wollen!"

Weitere Informationen und Materialien zum Thema Interessenkonflikte in unserer Linksammlung:
http://del.icio.us/conflicts
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