4
Jan
2008

Aktueller Link: Deutscher Bundestag - Petition zur Offenlegung von Pharma-Spenden

Arzneimittelwesen: Auflistung der Zuwendungen von Pharmaunternehmen

Bereits am 26. November 2007 hat Sabine Hancl ihre Petition eingereicht:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=242

Die Mitzeichnungsfrist läuft noch bis zum 16.1.2008

Kommentar Gudrun Kemper

"Wer nicht offenlegt, ist nicht seriös, aber Offenlegung allein ist unzureichend: Kritische Information über Auswirkungen, Diskussion und vorallem Alternativen sind dringend erforderlich. Nicht für alle an Selbsthilfe, bürgerschaftlichem Engagement und Mitarbeit bei Organisationen im Gesundheitsbereich engagierten Menschen ist es automatisch akzeptabel, dass Mittel, die vor dem Hintergrund von eindeutigen Interessenkonflikten eingeworben worden sind, eingesetzt werden. Ohne Offenlegung können keine bewussten Entscheidungen darüber getroffen werden, wo wir unsere kostbare Lebenszeit einsetzen möchten. Schleppend kommt - wenn überhaupt - erst nach und nach ans Licht, wie Finanzierungen zustande kommen, wie diese anteilig aussehen etc. Gleiches gilt auch für die Betreiber von Patientenplattformen im Internet uva. Dies ist nicht hinnehmbar und führt Menschen, die sich engagieren, spenden oder die sich nur informieren, an der Nase herum. Die EU hat mit dem EUHPF "Guiding Principles" herausgegeben. Demnach sollen gesundheitsbezogene Organisationen klar definieren, wie sie sich finanzieren und dieses durch ihre Mitglieder abstimmen. Finanzielle Informationen sollen Quellen in Form eines Jahresberichts offenlegen. Die Angaben über erhaltene Summen und prozentuale Anteile an der Gesamtfinanzierung müssen ebenso präzise (... 0,01% der Einnahmen der Organisation) angegeben werden wie der Verwendungszweck. Eine Veröffentlichung und die Abgabe dieser Information an alle soll zeitnah erfolgen. Die gesellschaftliche Diskussion und die wissenschaftliche Analyse, wie sich die Geldströme in gemeinnützigen Organisationen und Gesellschaften bisher ausgewirkt haben und wie die zukünftige Entwicklung verläuft, bedarf eines breiter angelegten, neutralen Monitorings, über das VerbraucherInnen sich informieren können. Wenn von der "Zertifizierung der Selbsthilfe" die Rede ist, wird es "best practice"-Modelle geben. Kriterium für mich persönlich bleibt, nur solche Organisationen zu unterstützen, die grundsätzlich und prinzipiell einen Verzicht auf Mittel vor dem Hintergrund von Interessenkonflikten zugrunde legen, denn ich möchte im Refugium meiner ehrenamtlichen Arbeit und meiner Spenden auch moralisch-/ethische Ansätze verfolgen. Es wäre für mich nicht hinnehmbar, wenn es keine Alternativen mehr gäbe, bzw. wenn sie nicht endlich entwickelt würden."


European Health Policy Forum (EUHPF): pdf_buttonGuiding prinicples in regard to transparency
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