26
Jan
2007

Die andere Liga, Regie Buket Alakus

Zwar gibt es kleine Schwachpunkte, was die Realität der Therapie bei Brustkrebs betrifft, aber darüber sollte man beim Anschauen dieses Spielfilms von Buket Alakus hinwegsehen, denn es ist hier nicht wesentlich. Ich kann mich erinnern, dass "Die andere Liga" ziemlich zeitgleich mit einigen anderen Filmen nach dem Erscheinen 2005 in einigen Medien besprochen wurde. Zum Thema Fußball habe ich eigentlich keinen Bezug und was es 2005 in einer Berliner Tageszeitung zu lesen gab, ist mir als ziemlicher Verriss in Erinnerung. Das hat mein Interesse ziemlich gedämpft und ich hatte den Film schon abgehakt. Arte sei Dank, am 26. Januar '07 wurde der Film dort ausgestrahlt und ohne große Erwartungen habe ich die Videokassette eingelegt, um ihn nun durchzussehen, schließlich ist das Thema für mich eine Art "Pflichtprogramm" ...

Ich liebe Filme von Menschen in ihren kleinen Lebenswelten, Migrationshintergrund, Spuren des türkischen Lebens bei uns interessieren mich sowieso. "Die andere Liga" ist witzig, tragisch, lustig, zum Weinen, unterhaltsam, komisch, authentisch, fesselnd und immer wieder zum Lachen, während es einem Minuten später wieder die Tränen in die Augen treibt. Die Gefühls- und Empfindungswelt, wie eine Frau mit dem klarkommen muss und welche Spuren Brustkrebs an ihrem Körper und dem Selbstwertgefühl hinterläßt und was dies im Umgang mit Liebe und Sex bewirkt, ist mit großer Intensität glaubwürdig und zum Zerspringen auf die Leinwand gebracht worden.

Die Regisseurin
Buket Alakus, geboren am 1. Juli 1971 in Istanbul lebt seit ihrem 3. Lebensjahr in Hamburg. Sie hat u.a. bei Hark Bohm studiert und bereits mehrere Preise mit anderen Filmen erhalten. "Die andere Liga" wurde auf dem 6. Internationalen Filmfest Emden-Aurich-Norderney mit dem auf 10.000 Euro dotierten "Bernhard-Wicki-Preis" ausgezeichnet worden. Auf dem 5. Monte Carlo Film Festival de la Comédie 2005 erhielt der Film die Preise für das beste Drehbuch und den besten Schauspieler. Außerdem ging der Publikumspreis des Max-Opüls-Preis 2005 an "Die andere Liga". (gke)

Mehr Infos zum Film:
Interview und mehr zum Film bei Aviva
http://www.aviva-berlin.de/aviva/content_Women%20+%20Work.php?id=5964
http://www.arte.tv/de/suche/1428066.html
http://www.filmstarts.de/kommentare/kritiken/Eine%20andere%20Liga/#25572

Platz 2 für das schlechteste EU-Lobbying geht an "Cancer United"-Kampagne

Die PR-Agentur Weber Shandwick wurde für den Aufbau einer Tarnorganisation nominiert, die angeblich die Zugangsmöglichkeiten zu Krebsbetreuung verbessern will. Tatsächlich förderte sie aber die Interessen des Pharma-Riesen Roche. Cancer United startete am 19. Oktober in Brüssel. Die Initiative behauptet von sich, eine Koalition aus Ärzten, Krankenpflegern und Patienten zu repräsentieren, die auf den gleichberechtigten Zugang zur Krebsbetreuung in der EU drängen.

Die PR Agentur Weber Shandwick leitet das Sekretariat der Initiative. Bei dem Bemühen,
Vorstandsmitgliedern für Cancer United zu gewinnen und die Initiative bei der Presse und Kliniken bekannt zu machen, verschwieg sie, dass die Initiative vollständig von Roche, dem weltgrößten Hersteller von Krebsmedikamenten, finanziert wurde.

Die Kampagne hatte sich zum Ziel gesetzt, eine Million Unterschriften zu sammeln und die Europäische Kommission zu einer EU-weiten Strategie zur Krebsbehandlung zu drängen.

Wichtige Argumentationsbasis für Cancer United ist eine Studie des Karolinska Instituts in Schweden, der ebenfalls von Roche finanziert wurde. Sie bringt die Überlebensraten von Krebspatienten mit den öffentlichen Ausgaben für Medikamente in Zusammenhang. Laut Aussage eines führenden Krebsexperten aus Großbritannien, Michel Coleman, sei dieser Bericht mit großen Fehlern behaftet und die Schlussfolgerungen seien falsch.

Wegen der Bedenken über die Finanzierungsquelle und den Mangel an Transparenz, die durch Enthüllungen des „Guardian“ über die Rolle von Roche und Weber Shandwick aufkamen, lösten sie einen Exodus aus: Mitglieder des Europäischen Parlaments, die Vorsitzende der Europäischen Krebspatienten Vereinigung, und der ehemalige Sprecher des britischen Premierministers, zogen sich schleunigst aus dem Vorstand von Cancer United zurück.


Quellen:
http://www.worstlobby.eu/showtext.php?name=press

http://www.worstlobby.eu/

Lobbycontroll: Initiative für Demokratie und Transparenz: Bericht zum Award 2006


Auch Europa Donna Deutschland spricht in einer aktuellen Pressemeldung zur Cancer United-Kampagne deutliche Worte.
© 2007, 2008 http://www.bcaction.de | creative commons - some rights reserved