15
Dez
2006

Östrogen/Progesteron/HET: Rückgang der Brustkrebserkrankungen um 7% in USA

Auch die Pressemeldung des M. D. Anderson Cancer Centers, Texas, USA, vom 14.12.2006 konstatiert seit dem Jahr 2003 einen starken Rückgang der Brustkrebserkrankungen - wie vor wenigen Tagen bereits in Kalifornien veröffentlicht. Der Rückgang wird im Zusammenhang mit dem Stop der Einnahme von Hormonersatztherapien (HET) gesehen, der mit dem Jahr 2002 einsetzte, als Warnungen laut wurden, dass diese eine Reihe von schwerwiegenden Gesundheitsrisiken für Frauen, die die Hormone schlucken, bergen.
Auf dem diesjährigen Breast Cancer Symposium in San Antonio war dies das durchschlagende Thema, vorgetragen von Peter Ravdin, M.D., Ph.D., von der University of Texas. (Der Vortrag kann per Video einschließlich der dazugehörigen Powerpointpräsentation unter: http://209.196.53.174/2006/, auf der Website des Symposiums angesehen werden als erster von fünf hervorragenden Vorträgen.)

In relativen Zahlen sind im Jahr 2003 in den USA insgesamt rund 14.000 Frauen weniger an Brustkrebs erkrankt, als im Jahr 2002, wo mit über 203.500 Neuerkrankungen allein in den USA ein trauriger Höchststand erreicht war. Noch ist der Beweis nicht erbracht, dass das Absetzen der Hormonersatztherapie bei vielen Frauen tatsächlich ursächlich für den Rückgang ist. Der Rückgang wurde insgesamt als "sehr dramatisch für einen so kurzen Zeitraum" bewertet und ein Zusammenhang wird als wahrscheinlich angesehen.
Die Studie der WHI wurde im Juli 2002 gestoppt, als sich zeigte, dass der Anstieg der Brustkrebserkrankungen durch Kombinationspräperate, die Östrogen und Progesteron enthalten, "signifikant" war.

Zwei Fakten dürften nun interessant in Bezug auf die Situation von Frauen in Deutschland sein: Zeigt sich auch bei uns in Deutschland ein Abfall der Brustkrebsinzidenz? Und wie wird sich die weitere Entwicklung der Neuerkrankungsraten sich entwickeln? Diese Daten lassen einerseits ahnen, welche positiven Effekte präventive Maßnahmen bewirken könnten und machen andererseits deutlich, wie sehr das nationale Krebsregister bei uns fehlt, um eine valide Zahlenbasis zu haben, damit solche Effekte überhaupt wahrgenommen werden können. Vielleicht wird es unmöglich sein, eine präzise Aussage zur Brustkrebsinzidenz der vergangenen Jahre zu machen, da eine vollständige nationale Registrierung in Deutschland nicht gegeben ist.

Link zum Flyer des Netzwerk Frauengesundheit (Stand: März 2003) zur Hormonersatztherapie

Berichterstattung im Ärzteblatt:
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=26813

Pressemeldung M.D.Andersen Cancer Center
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