12
Dez
2006

Ab 40 Screening? Studie konnte Vorteile nicht signifikant belegen

Die randomisierte kontrollierte Studie des britischen Institute of Cancer Research kommt zu dem Ergebnis, dass ein Brustkrebsscreening ab dem 40. Lebensjahr die Brustkrebssterblichkeit zwar um 17 Prozent senkt. Bei einer Teilnahme aller Frauen könnten es sogar 24 Prozent sein.

Die absolute Risikoreduktion beträgt 0,40 vermiedene Brustkrebstodesfälle auf 1.000 zum Screening eingeladene Frauen. Etwa 2.500 Frauen müssten eingeladen werden, um eine Frau vor einem Brustkrebstod zu retten (Number needed do screen, NNS). Wobei der Erfolg nicht sicher ist, da die Ergebnisse das Signifikanzniveau verfehlten.

Wichtig in diesem Kontext, es gibt mehrere solcher Studien, die jedoch zu leicht differierenden (z.T. etwas besseren) Ergebnissen für Frauen dieser Altersgruppe kommen. Allerdings dürften diese Daten dazu führen, dass sich noch längere Zeit nichts tun wird in Hinsicht auf die Senkung der Sterblichkeit der Altersgruppe, die nach den Vorgaben der Europäischen Leitlinien zur qualitatsgesichterten Brustkrebsfrüherkennung mit Mammografie-Screening einzuladen sind (zur Zeit zwischen 50 und 70 Jahren).

Quelle/Links: Deutsches Ärzteblatt v. 12.12.2006
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=26758

Pressemitteilung des Lancet
http://www.thelancet.de/artikel/859708

Pressemitteilung des Institute of Cancer Research
http://www.icr.ac.uk/press/press_releases_2006/6336.shtml

Arzneimittelpreise & Mehrwertsteuer in Europa

16% Steuern auf unsere Medikamente, ab Januar 2007 werden es nochmal 3% mehr. Bei der bestehenden Regelung der Besteuerung von Medikamenten muss der Staat an hohen Arzneimittelpreisen interessiert sein, denn bei jedem Medikament fließt eine üppige Summe für in Deutschland gekaufte Medikamente über den vollen Mehrwertsteuersatz an den Staatshaushalt. Mit unseren Medikamenten sorgen auch wir als Frauen mit Brustkrebs also nicht zu knapp dafür, dass sich die Staatskassen füllen und die Mittel aus unseren Kassenbeiträgen über unsere Leistungsträger, meistens die Krankenkassen, über den Umweg Apotheke dem Staat zufließen.

Der Sozialverband VdK setzt sich zumindest für die Halbierung der
Mehrwertsteuer ein und hat deswegen im August 2006 das Gespräch mit dem Bundesfinanzminister geführt.

Hier die Steuersätze für Arzneimittel im europäischen Vergleich:

Dänemark 25%
Slowakei 19%
Deutschland 19% (ab 2007, zuvor 16%)
Italien 10%
Slowenien 8,5%
Griechenland 8%
Finnlad 8%
Polen 7%
Niederlande 6%
Belgien 6%
Portugal 5%
Ungarn 5%
Lettland 5%
Tschechische Republik 5%
Estland 5%
Spanien 4%
Luxemburg 3%
Schweiz 2,4%
Frankreich 2,1% für erstattungsfähige und 5,5% für nicht
erstattungsfähige Medikamente
Irland 0% für Medikamente zur oralen Anwendung, sonst bis zu 21%
England 0% auf Arzneimittel, die im Rahmen des National Health Service (NHS) verordnet werden, 17,5% auf nicht verschreibungspflichtige Medikamente
Österreich 0% für erstattete Medikamente, sonst 20%
Schweden 0% für verschreibungspflichtige Medikamente
Litauen 0% auf verschreibungspflichtige Arzneimittel, sonst bis zu 5%
Malta 0%
Zypern0%

Gerade Medikamente für Frauen mit Brustkrebs gehören häufig in die hohen Preissegmente. Dass z.B. staatlicherseits bei uns mit der medikamentösen Versorgung von Krebspatienten hohe Summen eingenommen werden, ist aus der Betroffenensicht unverständlich.
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